Donnerstag, 29. Januar 2015

Warum spielen Katzen mit Mäusen bevor sie diese töten?

Warum spielen Katzen mit Mäusen bevor sie diese töten?



Da ich eine leidenschaftliche Katzenmama bin, bin ich immer wieder erstaunt, wieviel mir meine 2 Stubentiger mit Ihrer Körpersprache mitteilen, wenn ich nur genau genug darauf achte.

Und ich habe oft den Eindruck, egal was sie so anstellen, nichts wird dem Zufall überlassen und alles hat seine Gründe.

Oft unterhalte ich mich mit gleichgesinnten Katzenfreunden und viele klagen über ihre glücklichen Freigänger die beim Mäuse- oder generell beim Beutefang ihre Opfer sehr lange masakrieren und so scheint es, einen möglichst langen Spaß daraus machen.
Für viele ist es die Spitze des Eisberges, wenn ihr Stubentiger ein halbtotes Mäuschen voller Stolz als Trophäe vor die Füße legen.

Dann stelle ich mit immer wieder die Frage, überlässt die Natur irgendetwas dem Zufall. Warum sind die Katzen scheinbar so graussam?

Eines steht fest, selbst das liebste Kätzchen ist ein Raubtier. Trotz skuriller Züchtungen und der Vermenschlichung ist ihnen dieser Instinkt geblieben. Katzen sind Schleich und Lauerjäger. Sie prischen sich nahezu lautlos an und verharren dann reglos, bis die Beute in Schlagdistanz kommt. Dabei sind Katzen bemerkenswert geduldig und können durchaus eine Stunde und länger nur mit lauern verbringen.
Tatsächlich ist der Jagttrieb selbst aber relativ unnabhängig davon ob die Katze hungrig ist oder nicht!





So nun zu den Gründen des Spiels mit der Beute ….

Der Erste ist, dass Katzen beim Spielen mit der Maus austesten in welchem Gesundheitszustand das Tier ist, macht die Maus zu schnell schlapp könnte es krank sein und Warnung ist angesagt.

Weiters müssen sie z.B. bei größeren Tieren wie Ratten, diese erst müde machen, denn eine Ratte kann auch ganz schön beißen und um sich schlagen. Aber auch Mäuse wissen sich zu wehren. Manchmal erreicht die Maus, dass die Katze sie erschrocken auslässt und alles beginnt von vorne.

Der 2. Grund wäre, dass Katzen nie den Todesbiss von der Mutter gelernt hat und nun die Maus auf „Umwegen“ tötet. Denn es ist ein wichtiger und langwieriger Lernprozess. Im Normalfall bringen Katzenmütter ihrem Nachwuchs ab einem gewissen Alter lebende Beute, an der sie die Jagt üben können. So lernen die jungen Katzen wichtige Jagtfertigkeiten sowie den gezielten Todesbiss. Oft muss die Katze dabei erst die richtige Position zum zubeißen finden. Da ihre Zähne nicht genug Kraft haben um so etwas hartes wie die Wirbelsäule zu zerquetschen. Deshalb zwängt sich der Eckzahn beim Todesbiss wie ein Keil zwischen die Halswirbel und sprengt diese auseinander, wobei das Rückenmark zerreißt und die Maus sofort tot ist. Wenn jetzt eine Jungkatze das nie erlernt hat, kann es schon eine Weile dauern bis die Beute an den Verletzungen oder an Erschöpfung stirbt.

Manchmal kann man auch beobachten wie eine Katze vor verschlossenen Fenstern Vögel beobachtet und dabei anfängt mit zurückgezogenen Mundwinkeln zu schnattern. Das ist nichts anderes als der beschriebene Todesbiss, den die Katze hier ausübt als hätte sie einen Vogel bereits im Maul. Verhaltensforscher nennen dieses Verhalten eine Leelaufhandlung.

Der Reiz den die unerreichbaren Vögel auf die Katzen auslösen ist so stark, dass diese Instinkthandlung des Zubeißens unwillkürlich beginnt.

Drittens das Schütteln und in die Luft werfen von Beutetieren hat den Zweck Sand und Schmutz aus dem Fell der Maus zu schütteln, eine kleine Vorreinigung so zusagen, den Katzen sind wie wir wissen sehr reinlich.

Ein weiter Grund die Katzen müssen immer in Topform bleiben, und trainieren bei jedem Opfer ihre Reaktion und Jagttechnik damit sie erfolgreich bleiben!

Auch haben Katzen eine unglaubliche Anspannung und Erregung in sich wenn sie die Beute erst einmal haben. Diese Anspannung baut sich nur sehr langsam ab, ein Spiel mit der Beute beschleunigt dies aber wesentlich.

Übrigens das Organ, bei der Beute welches die Katze übrig lässt ist die Galle, die schmeckt ihnen gar nicht und wird deshalb auch nicht gegessen!

So warum legen unsere geliebten Katzen nun ihre Beute tot oder halbtot vor unser Füße?

Viele Menschen empfinden die Gabe von einem Mirbringsel als eine Art Freundschaft- oder Dankesbeweis seitens ihres Haustigers. Dieses Verhalten wurde noch nicht ganz erforscht und es gibt noch keine klare Aussage darüber. Also gibt es eine These darüber. Die Katzen bringen die Beute als Übungsojekt für uns Menschen mit – den in der Mäusejagt sind wir Menschen schlecht aufgestellt.
Unsere Hauskatze bringt die Beute zum Spiel mit nach Hause. Hier haben sie die Sicherheit und Ruhe zum ausgiebigen Spiel oder ruhigen fressen, was fern des Hauses nicht gegeben ist. Außerdem kann die laufenden Mahlzeit in der gewohnten Umgebung nicht fliehen!



Ich hoffe Ihr seht jetzt das Verhalten unserer Raubkatzen aus einer anderen Perspektive!



Mit tierisch gesunden Grüßen



Evelyn Schörkmayer

Kommentare:

  1. Ich danke Ihnen für den interessanten Artikel. Dieses Verhalten gegenüber einer Maus hat mich nämlich auch schon gewundert. Wirklich interessant was es zu bedeuten hat.

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  2. Vielen Dank für das positive Feedback!

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